Photoperiodische Cannabispflanzen - Licht bestimmt den Grow!

Was ist Photoperiodismus bei Cannabis?

Die meisten Cannabissorten sind photoperiodisch, doch was heißt das eigentlich? Der Begriff Photoperiodismus beschreibt, wie Pflanzen auf die tägliche Lichtdauer reagieren – genauer gesagt auf die Länge der Hell- und Dunkelphasen. Botanisch gehört Cannabis damit zu den sogenannten Kurztagpflanzen: Die Blüte wird erst eingeleitet, wenn die tägliche Dunkelperiode eine bestimmte Mindestlänge überschreitet.

Für uns Grower bedeutet das vor allem eins: Wir haben die Kontrolle über Wachstums- und Blütephase – ein Vorteil, den Autoflowering-Genetik nicht bietet, da diese unabhängig von der Lichtdauer nach einer festen Zeit automatisch in die Blüte übergeht.

Zusammenfassung
Photoperiodisches Cannabis bleibt im Wachstum, solange die tägliche Dunkelperiode unter der kultivarspezifischen kritischen Nachtlänge bleibt – meist 9 bis 11 Stunden. Unter 18/6-Beleuchtung könnt ihr die Wachstumsphase im Cannabisanbau daher praktisch beliebig verlängern, erst der bewusste Wechsel auf 12/12 löst die Blüte aus. Je nach Genetik dehnt sich die Pflanze danach spürbar in die Höhe – plant genug Platz ein. Wichtig für den weiteren Cannabisanbau: Mit dem Start der Blütephase ändert sich auch der Nährstoffbedarf, weshalb ihr euren Cannabis Dünger anpassen solltet – in Living Soil passiert das von allein, denn die Pflanze entscheidet, welche Nährstoffe sie benötigt – nicht der Grower.
Fun Fact: Cannabis zählt zu den lichtempfindlichsten Pflanzen überhaupt, wenn es um Störungen der Dunkelphase geht. Schon kurze Lichtblitze während der Nachtperiode reichen aus, um über die Phytochrome die Blüteneinleitung zu verzögern oder ganz zu stoppen – genau dieser Effekt wird als gezielter "Night Break" in der kommerziellen Produktion genutzt, um Stromkosten zu sparen[3]. Fürs Homegrow heißt das im Umkehrschluss: Während der Dunkelphase blühender Pflanzen wirklich jedes Licht ausgeschaltet lassen.

Wie Cannabis die Tageslänge wahrnimmt

Photoperiodische Cannabispflanzen messen genau genommen nicht die Länge des Tages, sondern die Länge der ununterbrochenen Dunkelheit. Überschreitet diese Dunkelperiode eine kultivarspezifische kritische Schwelle – meist zwischen 9 und 11 Stunden – wird die Blüte eingeleitet[1].

Wahrgenommen wird das über Lichtsinnespigmente wie Phytochrome, die je nach Lichtmenge und -farbe zwischen einer aktiven und einer inaktiven Form wechseln. Dieses Signal läuft zusammen mit der zirkadianen Uhr der Pflanze in ein Netzwerk aus Genen zusammen – u. a. CONSTANS-ähnliche Gene und FLOWERING LOCUS T –, das am Ende darüber entscheidet, ob die Blüte eingeleitet wird[2]. Phytochrom ist also nicht selbst die „innere Uhr" der Pflanze, sondern eher deren wichtigster Zeitgeber fürs Lichtsignal.

Praxis: Die vegetative Phase unter Dauerlicht

In der Praxis heißt das: Beleuchtet ihr eure Pflanzen 18 Stunden mit nur 6 Stunden Dunkelheit, bleibt die Dunkelperiode unter der kritischen Schwelle – die Pflanze verbleibt im Wachstum. Das lässt sich unter künstlicher Beleuchtung theoretisch beliebig lange fortführen.

Die potenziell lange Wachstumsphase gibt euch als Grower eine Kontrolle, die ihr bei Autoflowering-Pflanzen nicht habt: Ihr könnt Trainingstechniken nach Belieben anwenden, Probleme wie Schädlingsbefall noch in Ruhe lösen und die Pflanze zu einem echten Massemonster heranwachsen lassen. Ihr bestimmt, wie lange es läuft – lasst es trotzdem nicht endlos laufen.

Die Blüte einleiten: Der Wechsel auf 12/12

Sobald ihr mit Größe, Trainingstechniken und Erscheinungsbild eurer Pflanze zufrieden seid, stellt ihr – nur beim Indoor-Grow möglich – die Zeitschaltuhr eurer Lampe auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit um. Innerhalb weniger Tage überschreitet die Dunkelperiode die kritische Schwelle, und die Pflanze geht ins Strecken über.

Der Stretch selbst ist hormonell gut erklärbar: Der Wechsel auf Kurztag löst zunächst einen kurzzeitigen Anstieg von Gibberellin und Auxin im Vegetationskegel aus, was die schnelle Streckung von Trieb und Internodien antreibt. Erst wenn dieser Hormonspiegel nach ein bis zwei Wochen wieder absinkt, stoppt die Streckung und die Pflanze bildet kompakte Blütenstände[4].

Wie stark die Pflanze dabei in die Höhe geht, hängt vor allem von der Genetik ab: Indica-dominante Sorten legen meist 50 bis 100 % an Höhe zu, sativa-dominante Sorten können sich verdoppeln bis verdreifachen, also 100 bis 200 % zulegen. Bei reinen Sativa-Landrassen – etwa Haze-Genetik oder anderen äquatornahen Sorten, vor allem bei langer Wachstumsphase oder Outdoor-Grow – sind in Extremfällen sogar 300 bis 400 % möglich, auch wenn das klar die Ausnahme bleibt. Plant den Platz in eurer Growbox entsprechend eurer Genetik lieber großzügig – bei bekannt stretchigen Sorten ruhig mit Puffer nach oben.

Übrigens: Photoperiodische Pflanzen zeigen oft schon vor der eigentlichen Blüteneinleitung eine sogenannte Vorblüte – die ersten Stigmen bzw. bei männlichen Pflanzen die ersten Pollensäcke werden sichtbar. Das ist allerdings eher ein Zeichen genereller Reife der Pflanze als ein reines Lichtsignal und lässt sich oft schon während der späten Wachstumsphase beobachten.

Photoperiodisch vs. Autoflowering: Wer hat die Kontrolle?

Im Gegensatz zu Autoflowering-Genetik, die unabhängig von der Lichtdauer nach einer festgelegten Zeit automatisch blüht – die genetische Grundlage dafür lässt sich mittlerweile sogar bis auf einzelne Genorte zurückverfolgen[5] –, gebt ihr bei photoperiodischen Sorten selbst den Startschuss für die Blüte. Das kostet etwas mehr Planung, gibt euch im Cannabisanbau aber deutlich mehr Kontrolle über Endgröße, Ertrag und Timing.

Lichtwechsel und Nährstoffe: Was sich beim Blühstart ändert

Mit dem Wechsel auf 12/12 ändert sich nicht nur das Höhenwachstum, sondern auch der Nährstoffbedarf eurer Pflanze grundlegend: Der Stickstoffbedarf sinkt, während Phosphor und vor allem Kalium wichtiger werden. Wer mit klassischem Cannabis Dünger arbeitet, muss die Rezeptur jetzt aktiv umstellen – eine häufige Fehlerquelle gerade zu Beginn im Cannabisanbau.

In einem gut aufgebauten Living Soil erledigt sich ein Teil dieser Umstellung von selbst: Ein aktives Bodenleben mit Mykorrhiza und Trichoderma reguliert die Verfügbarkeit von Phosphor und Kalium bedarfsgerechter, sodass der Übergang in die Blüte für die Pflanze spürbar sanfter verläuft.

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Ein Substrat, das den Nährstoffwechsel beim Blühstart mitträgt – statt dass ihr ihn manuell nachjustieren müsst.

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Ein stressfreies System, für einen sanfteren Übergang von der Wachstums- in die Blütephase.

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Fazit

Photoperiodismus ist der Grund, warum ihr bei den meisten Cannabissorten selbst entscheidet, wann die Blüte beginnt: Solange die Dunkelperiode unter der kritischen Schwelle bleibt, wächst die Pflanze weiter, erst der bewusste Wechsel auf 12/12 setzt den hormonell gesteuerten Blühprozess in Gang. Wer dabei den Stretch realistisch einplant und den Nährstoffwechsel im Blick behält – etwa mit einem durchdachten Living-Soil-Substrat wie GREEN NODE Living Soil – meistert den Übergang von der Wachstums- in die Blütephase mit deutlich weniger Überraschungen.

Quellen

  1. Examining the "Night Break" Method in Cannabis sativa Horticulture, Plants (2025) – pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Transcriptomic analysis of CDL-gated photoperiodic flowering mechanisms in cannabis (2024) – pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Photons from NIR LEDs can delay flowering in short-day soybean and Cannabis, PLOS One (2021) – journals.plos.org
  4. Inflorescence development in female cannabis plants is mediated by photoperiod and gibberellin, Horticulture Research (2024) – pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Identification and mapping of major-effect flowering time loci Autoflower1 and Early1 in Cannabis sativa L (2022) – ncbi.nlm.nih.gov
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