Was sind Mykorrhizapilze?
Mykorrhizapilze sind Bodenpilze, die eine Symbiose mit den Wurzeln von Pflanzen eingehen. Über ein feines Pilznetzwerk versorgen sie die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen, im Gegenzug bekommen sie Kohlenhydrate aus deren Photosynthese ab.
Das Ergebnis: gesündere Wurzeln, eine deutlich bessere Nährstoffaufnahme und mehr Widerstandskraft. Im Cannabisanbau hat sich Mykorrhiza deshalb längst vom Geheimtipp zum festen Bestandteil vieler Grow-Setups entwickelt, gerade wenn ihr auf ein organisches Living-Soil-Konzept setzt.
Mykorrhizapilze vergrößern das Wurzelsystem eurer Cannabispflanze massiv. Für den Cannabisanbau ist dabei ausschließlich die Endomykorrhiza entscheidend, da sie direkt in die Wurzelzellen eindringt und die Nährstoffaufnahme optimiert. Ektomykorrhiza eignet sich dagegen für Bäume und geht mit Cannabis keine funktionierende Verbindung ein. Das Resultat: stressresistentere, ertragreichere Pflanzen – und spürbar weniger Bedarf an zusätzlichem Cannabis Dünger.
Endomykorrhiza im Cannabisanbau: das Power-Duo für Hanf
Beim Cannabisanbau und vielen anderen schnell wachsenden Pflanzen sind vor allem Endomykorrhiza-Pilze der Gattungen Rhizophagus und Glomus entscheidend – etwa Rhizophagus irregularis, Glomus intraradices oder Glomus mosseae. Sie dringen direkt in die Wurzelzellen ein und erweitern das Wurzelsystem der Pflanze durch ein extrem feines Hyphennetz. Die Vorteile dieser Symbiose sind vielfältig:
- Optimierte Nährstoff- und Wasseraufnahme: Die Pflanze erschließt Nährstoffe und Wasser – etwa Phosphor sowie Spurenelemente wie Eisen, Zink und Mangan –, die ihre eigenen Wurzeln allein niemals erreichen würden.
- Höhere Trockenstressresistenz: Das feine Hyphennetzwerk erschließt zusätzliche Wasserreserven im Boden.
- Dichteres Wurzelwerk: Die Wurzelmasse kann sich optisch und funktional vervielfachen.
- Weniger Pathogene: Die Pilze bilden eine schützende Barriere um die Wurzel und helfen, bodenbürtige Erreger wie Fusarium und Pythium in Schach zu halten.
- Bessere Bodenstruktur: Das Pilzmyzel unterstützt langfristig ein aktives, gesundes Bodenleben.
Wie stark das wirkt, zeigt eine thailändische Studie an Cannabis sativa: Pflanzen mit den AMF-Arten Rhizophagus prolifer bzw. Rhizophagus aggregatus erreichten deutlich mehr Biomasse sowie höhere CBD- und THC-Werte als unbehandelte Kontrollpflanzen[1]. Eine weitere Arbeit fand ähnliche Effekte auf Fasergehalt und Cannabinoidkonzentration bei Nutzhanf[2]. Auch bei Salz- und Trockenstress konnte der Pilz Funneliformis mosseae das Wachstum von Hanfpflanzen deutlich stabilisieren[3]. Der Pathogenschutz gegen Fusarium und Pythium ist bislang zwar nicht direkt an Cannabis, aber an mehreren anderen Nutzpflanzen mit denselben Pilzgattungen belegt[4][5].
Wichtig zu wissen: Kokos-, Torf- oder Rindenmix-Substrate, wie sie die meisten von uns im Cannabisanbau nutzen, enthalten von Haus aus keine Mykorrhizapilze – eine gezielte Zugabe lohnt sich hier besonders. Eine aktive Mykorrhiza verändert außerdem, wie viel Cannabis Dünger eure Pflanze überhaupt noch braucht: Gerade bei Phosphor solltet ihr es damit nicht übertreiben, sonst bremst ihr die Symbiose eher aus, statt sie zu fördern.
Genau aus diesem Grund setzen wir in unserem GREEN NODE Living Soil auf reine und hochkonzentrierte Endomykorrhizapilzsporen.
GREEN NODE Living Soil
In unserem Living Soil wird an wertvollen Mykorrhizapilzen nicht gespart!
Die Pilzsporen sind bereits perfekt dosiert in der Mischung enthalten und werden beim ersten Gießen aktiviert.
Jetzt Living Soil entdeckenEktomykorrhiza im Cannabisanbau: für Bäume, nicht für Cannabis
Von Ektomykorrhiza habt ihr im Gartenbau vielleicht auch schon gehört. Sie bilden einen dichten Pilzmantel um die Wurzel herum, dringen aber – im Gegensatz zur Endomykorrhiza – nicht in die Zellen ein.
Dieses System ist perfekt für Bäume und Sträucher geeignet, etwa Eichen, Buchen oder Kiefern. Für Cannabis ist der Einsatz von Ektomykorrhiza dagegen wirkungslos: Hanf gehört zu den Pflanzen, die ausschließlich arbuskuläre Mykorrhiza (Endomykorrhiza) ausbilden – die passenden Andockstellen für Ektomykorrhiza fehlen an der Wurzel komplett. Für den Apfelbaum im Garten also top, im Homegrow-Zelt aber schlicht die falsche Wahl.
Häufige Fragen zu Mykorrhiza im Cannabisanbau (FAQ)
Kann ich Mykorrhiza überdosieren?
Nein, in der Regel nicht. Da es sich um eine natürliche Symbiose handelt, reguliert die Pflanze selbst, wie viele Pilzfäden sie an ihr Wurzelsystem andocken lässt. Überschüssige Sporen bleiben einfach inaktiv im Substrat liegen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Mykorrhiza im Cannabisanbau?
Am effektivsten ist der Einsatz direkt bei der Keimung, der Stecklingsbewurzelung oder beim ersten Umtopfen. Je früher die Sporen mit den jungen Wurzeln in Kontakt kommen, desto schneller etabliert sich das schützende Netzwerk.
Verträgt sich Mykorrhiza mit Cannabis Dünger?
Ja, in Kombination mit organischen Düngern funktioniert das gut. Bei hohen Phosphorgaben solltet ihr am Anfang aber vorsichtig sein, ein Überschuss kann die Ausbildung der Symbiose ausbremsen.
Fazit
Endomykorrhiza-Pilze sind wahre Alleskönner im Cannabisanbau. Sie steigern die Effizienz der Nährstoffaufnahme, erhöhen die Widerstandskraft der Pflanze und sorgen für langfristige Bodengesundheit – bei spürbar weniger Bedarf an zusätzlichem Cannabis Dünger. Wenn ihr von Beginn an auf ein intaktes Living-Soil-Bodenleben setzt – wie etwa mit dem GREEN NODE Living Soil – profitiert ihr von dieser faszinierenden Symbiose ab dem ersten Tag, ganz ohne ständiges Nachdüngen.
Quellen
- Seemakram et al. – Enhancement of growth and cannabinoids content of hemp (Cannabis sativa) using arbuscular mycorrhizal fungi – pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Enhancement of fiber content and cannabinoids of hemp using AMF and endophytic fungi, Scientific Reports – nature.com
- Arbuscular Mycorrhizal Fungi-Mediated Modulation of Physiological, Biochemical, and Secondary Metabolite Responses in Hemp under Salt and Drought Stress – ncbi.nlm.nih.gov
- Effect of arbuscular mycorrhizal fungi on Pythium aphanidermatum causing foot rot disease on pawpaw (Carica papaya) seedlings – researchgate.net
- Effectiveness of AMF species in the biocontrol of root and crown rot pathogens, Fusarium solani and Fusarium mixture in pepper – ncbi.nlm.nih.gov